glocal architecture | mumbai meets hamburg | 20. Mai 2010

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Architekturexport ist keine Einbahnstraße – deshalb bemüht AIT sich auch um ganz neue Wege des Austausches zwischen architektonischen Regionen. 15 der wesentlichen indischen Architektur- und Innenarchitekturbüros ergänzt um Projektentwickler waren auf Einladung des ArchitekturSalon-Partnerunternehmens DORMA zu Gast im AIT-ArchitekturSalon Hamburg. Und es wird nicht der einzige Besuch aus Indien bleiben.


 

Die Namen der Gäste klangen noch sperrig – und trotzdem waren sie interessant genug, um den ArchitekturSalon am 20. März gut zu füllen. Der Samstag abend war den aus Mumbai eingetroffenen Gästen gewidmet, die ihre Haltung zur Gegenwartsarchitektur vorstellten und dabei reflektierten, wie sich indische Architektur seit den Zeiten der Radschas, des britischen Imperialismus oder der Einflüsse Louis Kahns und Le Corbusiers entwickelt hat. Aus westlicher Perspektive war und ist Indien ja bislang hauptsächlich Projektionsfläche für wirtschaftliche Phantasien – sei es als Absatzmarkt deutscher Industrieprodukte oder als Exportmarkt für deutsche Architektur. An letzterem zeigten sich die indischen Kollegen sehr interessiert. Schließlich läge deutsche Architektur in Indien hoch im Kurs – und so diente der Abend auch vor allem dem Austausch zwischen Hamburger Architekten und den Kollegen aus Mumbai. Angesichts der Erzählungen aus dem Subkontinent dürfte es so manchem hanseatischen Architekten allerdings ganz schwindlig geworden sein. Bautempo, Wachstum und Bürogrößen sprengen einfach bekannte Maßstäbe.

AIT-Kooperationspartner DORMA hatte in dieser Hinsicht angesichts der eigenen globalen Tätigkeit einiges beizutragen. Die indischen Architekten und DORMA-Gäste hatten in ihrem Heimatland schon Erfahrungen mit deutschen Bauprodukten und Qualitätsmaßstäben gesammelt. Lokale Architektur in globalen Zusammenhängen war dann auch eines der wesentlichen Gesprächsthemen – und im übrigen bereits unter dem Titel „Glocal Architecture“ Gegenstand eines AIT-Workshops mit DORMA und Architekten von 4 Kontinenten, dessen Ergebnisse in Kürze auch in Hamburg präsentiert werden. Der deutsch-indische Abend im ArchitekturSalon war schon alleine deshalb ein Erfolg, weil sich dabei erste Kooperationen deutscher Büros in Indien anbahnten.

 

Die indischen Architekten besuchten bei einer AIT-Führung dann natürlich die wesentlichen Hamburger Bauten, Baustellen und Architekturbüros ehe sie nach drei Tagen per Bahn nach Berlin weiterreisten. Dort öffnete ihnen AIT die Türen in einige der wesentlichen Berliner Büros und präsentierten die wichtigsten Bauten in der Hauptstadt.

Nach einer Woche Deutschland flogen die indischen Kollegen dann wieder zurück nach Mumbai. Der nächste Besuch großer indischer Architekturbüros im AITArchitekturSalon Hamburg findet im Sommer statt.